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Vom Bewusstsein des Sammelns und des Jagens

Alles hat seine Zeit, so auch die geistige Entwicklung der Menschen. Kaum ein Mensch in der westlichen Zivilisation muss in der heutigen Zeit seinen Lebensunterhalt noch durch das Sammeln wilder Pflanzen und die Jagd auf Wildtieren bestreiten. Die Lebensumstände und das Bewusstsein der Menschen hat sich verändert. Mittlerweile wurden durch moderne Techniken und Verfahren in der Landwirtschaft neue Produktionsmöglichkeiten entwickelt, die für große Teile der Weltbevölkerung Nahrung erzeugen könnten. Die Realität ist leider eine andere.

Ähnlich ist es auch mit der Bereitstellung geistiger Nahrung, die den Menschen durch die verschiedenen Religionen angeboten wird. Durch sie hat der Mensch ein Leitbild erhalten, die Liebe zu sich und dem Anderen zu leben. So kann der Einzelne durch Verantwortung für sich und für seinen Nächsten zum Wohlergehen aller Menschen beitragen. Vieles Positive wurde schon erreicht, vieles Negative kann noch verändert werden. In den Demokratien der Welt sind die Grundrechte für den Einzelnen und die Gemeinschaft geregelt und dennoch erleben wir, dass durch Egoismus, Neid und Gier eine große geistige und materielle Armut besteht. Der Glaube, dass im Konsum das Glück liegt und Gott nur eine Erfindung sei, ist vielerorts verbreitet. Die menschlichen Werte nehmen ab und drohen in Vergessenheit zu geraten. Das für sich Habenwollen führt jedoch, ohne dass die meisten es wahr haben wollen, zur Unzufriedenheit und Isolation.

So können die besten Systeme und genialsten Ideen und Techniken nicht allein zu einem menschenwürdigen Leben beitragen. Wir sind gefordert, den Kreislauf der Ichbezogenheit durch Liebe zu ersetzen. Leben wir diese Liebe, dann wird sich die Menschheit zu einem neuen Bewusstsein des Miteinanders, der Freude und Zufriedenheit entwickeln.

"Niemand kann zwei Herren gleichzeitig dienen. Wer dem einen richtig dienen will, wird sich um die Wünsche des anderen nicht kümmern können. Er wird sich für den einen einsetzen und den anderen vernachlässigen. Auch ihr könnt nicht gleichzeitig für Gott und das Geld leben.
Darum sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euren Lebensunterhalt, um Essen, Trinken und Kleidung. Leben bedeutet mehr als Essen und Trinken, und der Mensch ist wichtiger als seine Kleidung. Seht euch die Vögel an! Sie säen nichts, sie ernten nichts und sammeln auch keine Vorräte. Euer Vater im Himmel versorgt sie. Meint ihr nicht, dass ihr ihm viel wichtiger seid?
Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr doch euer Leben um keinen Augenblick verlängern. Weshalb macht ihr euch so viele Sorgen um eure Kleidung? Seht euch an, wie die Lilien auf den Wiesen blühen! Sie können weder spinnen noch weben.
Ich sage euch, selbst König Salomo war in seiner ganzen Herrlichkeit nicht so prächtig gekleidet wie eine dieser Blumen.
Wenn Gott sogar das Gras so schön wachsen lässt, das heute auf der Wiese grünt, morgen aber schon verbrannt wird, wie könnte er euch dann vergessen? Vertraut ihr Gott so wenig?
Zerbrecht euch also nicht mehr den Kopf mit Fragen wie: 'Werden wir genug zu essen haben? Und was werden wir trinken? Was sollen wir anziehen?"
Mit solchen Dingen beschäftigen sich nur Menschen, die Gott nicht kennen. Euer Vater im Himmel weiß doch genau, dass ihr dies alles braucht. Sorgt euch vor allem um Gottes neue Welt, und lebt nach Gottes Willen! Dann wird er euch mit allem anderen versorgen.

(Mat. 6,24)

Das Sammeln materieller Güter und Werte und der Kampf um die Früchte des eigenen Tuns sollten in Mitgefühl und Barmherzigkeit umgewandelt werden.
Weihen wir Gott, unserem Schöpfer, unsere Taten undbitten Ihn um geistige Führung in unserem Leben. Gottes Schöpfung ist die Basis für unser Leben, nur durch Ihn, als das ewige Leben, können wir sein. Sind wir bereit, die Früchte unserer Arbeit Gott zu weihen, Ihm zu danken und zu ehren für Seine Fürsorge und Gegenwart, so werden wir die wahren Früchte der Liebe und des Friedens kosten können. Die Jagd nach dem Habenwollen und das Sammeln von Schätzen und Gütern hier auf Erden hat ein Ende, wenn wir all unsere Handlungen dem Herrn des Seins weihen, wenn wir bereit sind zu teilen und selbstlos zu dienen und uns vorbehaltlos Gottes Werken zur Verfügung stellen. Dann kann die Liebe in unseren Herzen einkehren und die Welt zu einem Ort der Liebe und des Friedens werden.




Willibald